Sportwetten-Anbieter in Österreich im Vergleich
Ladevorgang...
Stand der Daten: November 5, 2026 – geprüft gegen die Angaben der Betreiber, das NÖ Wettgesetz (LGBl. Nr. 58/2020) und die Wettgebühr-Regelung gemäß § 33 TP 17 Abs. 1 Z 1 GebG.
Wer in Österreich Sportwetten vergleicht, vergleicht nicht eine Branche, sondern eine Karte aus Bundesländern, Konzessionen und Grauzonen. Die Republik kennt keine nationale Wettlizenz, kein einheitliches Anbieterverzeichnis und keine Sperrdatei für Sportwetten. Jedes Bundesland vergibt seine eigene Bewilligung nach seinem Wettgesetz, und die meisten großen Marken, die österreichische Spielerinnen und Spieler im Internet sehen, haben überhaupt keine österreichische Bewilligung. Die Frage „Wer ist legal?“ hat darum keine einfache Antwort, und genau das prägt diesen Vergleich: was ein Anbieter darstellt, wer ihn führt, welche Quote er auf den Bundesliga-Samstag legt und was sein Bonus kostet, wenn man ihn abspielt.
Zahlung und Auszahlung: Wo das Geld am längsten unterwegs ist
Der Vergleich fängt mit dem Geld an, weil dort der größte konkrete Unterschied zwischen den Anbietern liegt. Die Quote entscheidet am Samstag über ein paar Euro. Die Auszahlung entscheidet, ob das Geld am Montag auf dem Konto ist oder erst am Donnerstag – und ob es überhaupt ohne Umweg ankommt.
Akzeptierte Zahlungswege
In Österreich operieren zwei sehr unterschiedliche Cluster. Die landesbewilligten Anbieter tipp3 und win2day arbeiten eng mit dem heimischen Bankenraum zusammen: Bankeinzug, eps-Überweisung, Kreditkarte, in Trafiken auch Bargeld über die Wettkundenkarte. Ausländische Marken wie 20Bet, LeoVegas, BetLabel oder GG.BET setzen stärker auf E-Wallets (Skrill, Neteller, MiFinity), auf Kryptowährungen und auf prepaid-basierte Methoden. Wo ein Spieler mit PayPal einzahlen will, ist die Sache nicht selbstverständlich: PayPal schließt Wetten in seinen AGB in vielen Märkten aus, und viele Buchmacher listen PayPal gar nicht erst.
Für die Praxis heißt das: Wer in Österreich wettet und sein normales Bankkonto nutzen will, hat bei tipp3, win2day und Admiral die unkompliziertesten Wege. Wer mit Krypto einzahlt, findet bei den Offshore-Marken leichter eine Adresse, hat dort aber keine österreichische Anlaufstelle, falls die Auszahlung hakt.
Auszahlungsdauer und Prüfschritte
Vor der ersten Auszahlung steht die Verifizierung. Bei den Land-bewilligten Anbietern läuft sie über die Wettkundenkarte und die Anmeldung mit Ausweis – das dauert, ist aber einmalig. Bei Offshore-Marken verlangt die erste Auszahlung häufig eine vollständige KYC-Prüfung mit Adressnachweis, Ausweiskopie und manchmal einer Video-Identifikation. Die Bearbeitung selbst variiert: E-Wallets werden innerhalb von 24 Stunden gutgeschrieben, wenn der Antrag freigegeben ist, Banküberweisungen brauchen ein bis drei Werktage, Krypto-Auszahlungen sind nach Bestätigung im Netzwerk in Minuten da – was aber nur zählt, wenn man Krypto überhaupt nutzen will.
Gebühren
Das Gebührenthema hat zwei Schichten. Die Wettgebühr von 5 % auf den Einsatz ist österreichisches Steuerrecht und betrifft Anbieter mit heimischer Bewilligung direkt (siehe Abschnitt zur Rechtslage). Sie ist keine Zahlungsgebühr. Zahlungsgebühren im engeren Sinn – Kosten für Ein- oder Auszahlung – erheben die meisten Anbieter nicht, solange die Methode nicht exotisch ist. Ausnahmen stehen in den jeweiligen Zahlungsbedingungen: Inaktivitätsgebühren, Mindestauszahlungsbeträge und Wechselkursaufschläge bei Fremdwährung sind die üblichen Fallen.
Mobile Wetten: App oder mobile Seite – und was im Stadion wirklich zählt
Beim Wetten unterwegs entscheidet nicht die Quote über das Erlebnis, sondern die Bedienung. Wer am Samstag um 17:30 in der U-Bahn auf ein 1,85 tippt, will nicht erst durch drei Menüs wischen.
Native Apps versus mobile Seite
Tipp3 bietet eine eigene Trafik-App für die Annahmestellen und eine mobile Seite für Online-Wetten. Die Trafik-App verwaltet den Wettschein, nicht den Online-Account – wer online spielt, landet auf der Smartphone-Seite. Win2day läuft komplett browserbasiert, ohne eigene App, was bei einfacher Bedienung bleibt, aber Livewetten mit langsamer Aktualisierung bestraft. Admiral und Merkur Bets setzen auf responsive Webseiten, die auf dem Telefon schnell laden.
Bei den Offshore-Marken ist das Bild gemischt: 20Bet, LeoVegas und BetLabel bieten alle native iOS- und Android-Apps. LeoVegas ist im App Store traditionell stark vertreten, weil das Unternehmen früh auf Mobile gesetzt hat. GG.BET hat eine App, die auf eSports-Tickern optimiert ist – für Fußball- und Tennis-Livewetten weniger schön.
Stabilität und Anmeldung
Drei Punkte, die in der Werbung nie vorkommen, im Alltag aber zählen: Wie schnell lädt die App im Stadion-WLAN? Wie zuverlässig ist die Anmeldung mit Fingerabdruck oder Face-ID? Und: Wie schnell aktualisieren sich die Live-Quoten? Hier liegen die heimischen Anbieter vorn, weil ihre Plattformen weniger überlastet sind. Die Offshore-Marken haben in der Regel mehr Live-Märkte, was bei großem Spielaufkommen die Server belasten kann.
Wettmärkte und Quoten: Wo die Marge wirklich sitzt
Die Quote ist das, was am Ende zählt. Aber die Quote ist nicht gleich Quote: zwei Buchmacher können für dasselbe Spiel 1,85 und 1,80 anbieten, und der Unterschied ist nicht „besserer Service“, sondern Marge.
Was die Marge bedeutet
Die Marge ist der Anteil, den der Buchmacher von jedem gesetzten Euro einbehält. Sie steckt in jeder einzelnen Quote, weil die Quoten aller möglichen Ergebnisse zusammen mehr als 100 % ergeben. Bei einer „fairen“ Wette wäre die Summe der Kehrwerte der Quoten genau 1 – dann bekäme man bei jedem Ausgang seinen Einsatz vollständig zurück. In der Praxis liegt die Summe bei 1,05 bis 1,10, der Buchmacher behält 5 bis 10 %.
Beispielrechnung: Bei einem ausgeglichenen Zweier-Markt (Sieg Heimsieg / Sieg Auswärts) und Quoten von 1,90 / 1,90 ergibt sich:
- Auszahlungsquote = 1 ÷ (1/1,90 + 1/1,90) = 1 ÷ 1,0526 = 0,9500
- Marge = 1 − 0,9500 = 0,0500 = 5,00 %
Das heißt: Von jedem Euro Einsatz fließen im Schnitt 95 Cent zurück, 5 Cent bleiben beim Buchmacher. Liegen die Quoten stattdessen bei 1,85 / 1,85, ergibt sich:
- Auszahlungsquote = 1 ÷ (1/1,85 + 1/1,85) = 1 ÷ 1,0811 = 0,9250
- Marge = 1 − 0,9250 = 0,0750 = 7,50 %
Der Unterschied zwischen 5 % und 7,5 % Marge klingt klein, macht aber auf Dauer viel aus. Bei 10.000 € Einsatz pro Monat sind das 250 € mehr, die der Anbieter mit der höheren Marge einbehält. Wer Quoten vergleicht, vergleicht also Marge – und die steht nirgends auf der Website, man muss sie sich ausrechnen.
Einzel-, Kombi- und Systemwetten
Die meisten österreichischen Spieler setzen Einzelwetten auf Fußball, Tennis und Eishockey. Kombiwetten multiplizieren die Quoten, erhöhen aber auch die Marge kumuliert. Beispiel: Drei Einzelwetten mit je 5 % Marge ergeben kombiniert etwa 14 % Marge – die Kombi ist teurer, als die Einzelwetten vermuten lassen. Systemwetten verteilen das Risiko, kosten aber durch die Mehrfachabsicherung ebenfalls mehr Marge.
Tipp3 erlaubt Einzelwetten erst ab einer Mindestquote von 1,06; niedrigere Quoten können nur in Kombi- oder Systemwetten gespielt werden. In einer Kombiwette lassen sich 3 bis 10 Tipps verbinden. Bei den Offshore-Marken sind die Limits lockerer, dafür fehlt oft das Cash-Out oder es ist an Bedingungen geknüpft.
Livewetten
Livewetten sind ein eigenes Thema. Die Marge ist im Live-Bereich fast immer höher als vor dem Spiel, weil der Buchmacher auf schnelle Bewegungen reagieren muss. Bei Admiral und tipp3 läuft Livewetten im Rahmen der jeweiligen Landesgesetze – Wien erlaubt etwa Livewetten nur auf Teilergebnisse oder das Endergebnis, Oberösterreich nur auf numerische Zwischenstände. Wer in Oberösterreich wettet, kann nicht auf „nächste Ecke“ tippen. Offshore-Marken haben diese Einschränkung nicht, weil sie keine Land-Bewilligung brauchen.
Sportarten und Turniere: Was die Wettprogramme abdecken
Fußball dominiert in Österreich die Wettscheine. Aber bei den anderen Sportarten zeigen sich die größten Unterschiede zwischen den Anbietern.
Fußball-Tiefe
Alle zehn verglichenen Anbieter decken die österreichische Bundesliga ab, die deutschen Ligen, die Champions League und die Europa League. Die Unterschiede beginnen bei der dritten Liga, bei Frauen-Bundesliga, bei den österreichischen Regionalligen. Tipp3 hat naturgemäß die stärkste Tiefe im heimischen Fußball, weil Annahmestellen und Online-Angebot aus einer Hand kommen. Admiral ist ähnlich stark, Merkur Bets hat im Rahmen seines Stationärnetzes ebenfalls dichte österreichische Abdeckung. Offshore-Marken wie 20Bet oder LeoVegas listen die Bundesliga, gehen in der Regionalliga aber dünner.
Tennis, Eishockey, Basketball
Tennis (ATP, WTA, ITF) ist bei allen Anbietern Standard, mit unterschiedlicher Tiefe bei Challenger-Turnieren. Eishockey (ICE Hockey League, NHL, KHL) ist bei den heimischen Anbietern stark, bei Offshore-Marken oft nur NHL und die großen europäischen Ligen. Basketball (NBA, EuroLeague, BBL) decken alle Anbieter ab; die BBL ist bei den deutschen Marken traditionell tiefer, die NBA bei den internationalen.
eSports
Hier dreht sich das Bild um. GG.BET ist auf eSports spezialisiert: CS2, Dota 2, League of Legends, Valorant sind Kernprodukt. Bei den anderen Offshore-Marken ist eSports ein Zusatzangebot, oft mit dutzenden Märkten pro Match. Bei den Land-bewilligten Anbietern ist eSports weniger prominent – tipp3 und win2day listen die großen Turniere, aber nicht die Tiefe eines eSports-Spezialisten.
Randsportarten
Darts, Snooker, Handball, Volleyball, MMA, Formel 1, Radsport: Die Offshore-Marken haben hier in der Regel die breitere Auswahl. Wer auf PDC-Darts oder UFC-Kämpfe setzt, findet bei 20Bet oder BetLabel mehr Märkte als bei tipp3.
Ranking: Die zehn Anbieter im Überblick
Die folgende Tabelle ordnet die zehn Anbieter nach ihrer Bewilligungslage in Österreich. Die Reihenfolge folgt der Liste in den Anbieterangaben: zuerst die sechs Marken mit einer genannten Land-Bewilligung, dann die vier ohne österreichische Bewilligung, mit denen österreichische Spielerinnen und Spieler im Internet trotzdem in Berührung kommen.
| Anbieter | Bewilligungslage in Österreich | Betreiber / berichtete Lizenz |
|---|---|---|
| tipp3 | Bewilligung (NÖ Wettgesetz) | Österreichische Sportwetten Gesellschaft m.b.H. (Wien) |
| win2day | Bewilligung (NÖ Wettgesetz) | Österreichische Lotterien Gesellschaft mbH |
| Vierklee | Bewilligung (Tirol) | Vierklee Wettbüro GmbH |
| Starsportwetten | Bewilligung (Bundesland nicht veröffentlicht) | Star Sportwetten GmbH |
| Merkur Bets | Bewilligung (Bundesland nicht veröffentlicht) | Merkur Group, Sitz in Österreich |
| Admiral | Bewilligung (OÖ Wettgesetz) | ADMIRAL Sportwetten GmbH |
| 20Bet | Ohne österreichische Bewilligung | Anjouan-Lizenz (ALSI-202505033-FI2) |
| LeoVegas | Ohne österreichische Bewilligung | MGA (Malta) |
| BetLabel | Ohne österreichische Bewilligung | Curaçao |
| GG.BET | Ohne österreichische Bewilligung | Curaçao (OGL/2024/688/0234) |
Was die Tabelle nicht zeigt: Die Quotenmarge, die Bonushöhe, die App-Qualität und die Auszahlungsdauer. Diese Aspekte sind in den jeweiligen Abschnitten unten behandelt.
Grundlagen des Vergleichs: Woran sich Buchmacher messen lassen
Ein Buchmacher ist mehr als seine Quote. Wer vergleicht, sollte sich an sechs Achsen orientieren.

Bewilligung und Aufsicht
Die Frage „Hat eine österreichische Bewilligung?“ hat in Österreich ein anderes Gewicht als in Deutschland mit seiner zentralen Konzession. Hier gibt es keine Bundeslizenz, sondern neun Landgesetze. Die Bewilligung sagt: Dieser Anbieter ist nach dem jeweiligen Wettgesetz des Bundeslandes geprüft, unterliegt der Aufsicht der Landesregierung und ist im Streitfall vor einer österreichischen Behörde verantwortlich. Eine ausländische Lizenz – Malta, Curaçao, Anjouan – ist keine österreichische Bewilligung. Sie besagt, dass der Anbieter in einem anderen Rechtsraum registriert ist, mehr nicht.
Quoten und Marge
Die Marge steckt in jeder Quote, ist aber nicht direkt sichtbar. Wer vergleicht, rechnet sie sich aus den Quoten aus oder nutzt Vergleichsportale. Fußball-1X2-Quoten bewegen sich typischerweise zwischen 4 % und 8 % Marge; Live-Quoten und Nischenmärkte liegen höher.
Bonusbedingungen
Die Höhe des beworbenen Bonus – „100 % bis 100 €“ – ist die am wenigsten aussagekräftige Zahl. Was zählt, ist die Umsatzbedingung: Wie oft muss der Bonus durchgespielt werden, bevor er ausgezahlt werden kann? Die Mindestquote, die Frist und welche Wetten zählen – das ist der Kern.
Zahlungswege und -dauer
Wer zahlt mit welcher Methode ein, wie schnell wird ausgezahlt, und fallen Gebühren an? Die Praxis zeigt: Land-bewilligte Anbieter sind bei klassischen Bankmethoden stark, Offshore-Marken bei E-Wallets und Krypto.
App und mobile Bedienung
Wer unterwegs wettet, braucht eine schnelle App oder eine mobile Seite, die auch bei vollem Stadion-WLAN funktioniert. Livewetten mit Verzögerung sind schlechte Livewetten.
Spielerschutz
Selbstsperre, Einzahlungslimits, Verlustlimits, Spielpausen – all das ist bei den Land-bewilligten Anbietern in den Wettordnungen verankert. Bei Offshore-Marken ist Spielerschutz eine Funktion der Marke, nicht des österreichischen Rechts.
Rechtslage: Was die Bewilligung bedeutet – und was nicht
Die österreichische Rechtslage für Sportwetten ist ungewöhnlich: Sie ist Ländersache, und der Bund hält sich weitgehend raus. Das hat Folgen für jeden Vergleich.

Warum Sportwetten kein Glücksspiel sind
Der Verwaltungsgerichtshof hat 2015 festgestellt, dass die klassische Sportwette kein Glücksspiel im Sinne des Glücksspielgesetzes (GSpG) ist – sie ist ein Geschicklichkeitsspiel, weil das Ergebnis nicht rein zufällig, sondern von sportlicher Leistung abhängt. Damit fällt sie nicht unter die Bundeskompetenz für Glücksspiel, sondern unter die Landeskompetenz für Veranstaltungen. Jedes Bundesland regelt seine Wettgesetze selbst. Niederösterreich hat das NÖ Wettgesetz (LGBl. Nr. 58/2020), Wien das Wiener Wettengesetz (LGBl. Nr. 26/2016), Oberösterreich das Oö. Wettgesetz.
Was die Land-Bewilligung umfasst
Eine Bewilligung erlaubt einem Anbieter, Sportwetten innerhalb des jeweiligen Bundeslandes zu veranstalten. Sie ist an die physische Präsenz gebunden – genauer: an den Ort, von dem aus die Wettdaten bereitgestellt werden. Der VwGH hat im April 2026 bestätigt, dass für Online-Wetten der Serverstandort entscheidend ist, nicht der Wohnsitz des Spielers. Das bedeutet: Ein Anbieter, der seine Server in Malta hat, fällt für oberösterreichisches Recht nicht in den Geltungsbereich des Oö. Wettgesetzes, auch wenn er Spieler aus Oberösterreich bedient.
Was darf nicht bewettet werden
Die Landesgesetze schränken den Wettgegenstand ein. Wien erlaubt Wetten nur auf Sportereignisse – Wetten auf Politik oder TV-Shows sind unzulässig. Virtuelle oder aufgezeichnete Rennen sind Glücksspiel und können nicht als Sportwette lizenziert werden. eSports ist nicht abschließend geregelt: Die Landesgesetze schweigen dazu, die Praxis der Anbieter variiert.
Wer zahlt die Wettgebühr
Seit dem 1. April 2025 unterliegen alle Einsätze auf Sportwetten einer Wettgebühr von 5 % (§ 33 TP 17 Abs. 1 Z 1 GebG, geändert durch BGBl. I Nr. 7/2025). Davor lag der Satz seit Oktober 2005 bei 2 %. Die Gebühr schuldet der Anbieter, nicht der Spieler – sie ist auf den Einsatz kalkuliert. Wie der Anbieter sie weitergibt, ist seine Entscheidung: Tipp3 etwa trägt die Gebühr bei verlorenen Wetten selbst und zieht 5 % vom Gewinn ab, wenn die Wette gewinnt. Bei einem 10-€-Einsatz zur Quote 2,00 bleibt also ein Bruttogewinn von 20 €, abzüglich 1 € Gebühr, ergibt 19 €.
Spielerschutz: Limits, Pausen, Sperren – was jeder selbst einstellt
Spielerschutz ist in Österreich keine Bundesaufgabe. Es gibt kein nationales Einzahlungslimit für Sportwetten, keine nationale Sperrdatei und keine einheitliche Selbstsperre. Was es gibt, sind betreiberseitige Angebote.
Limits bei den Land-bewilligten Anbietern
Tipp3 erlaubt ein wöchentliches Einzahlungslimit von bis zu 1.950 €, ein tägliches Einsatzlimit bis 10.000 € und ein wöchentliches Verlustlimit bis 5.000 €. Limit-Erhöhungen greifen erst nach 72 Stunden, Herabsetzungen sofort – das ist die typische „Cooling-off“-Logik, die verhindert, dass jemand in einer emotionalen Phase das Limit hochfährt.
Win2day hat ein Einzahlungslimit, das nach Alter gestaffelt ist: Bis 26 Jahre maximal 250 € pro Woche (Freitag bis Donnerstag), ab 26 Jahren maximal 1.680 € pro Kalendermonat. Auf Antrag kann das Limit individuell erhöht werden. Gewinne zählen nicht zum Limit.
Pausen und Sperren
Tipp3 bietet eine Spielpause von 1, 3 oder 6 Monaten – das Guthaben bleibt auf dem Konto, ist aber nicht zugänglich. Eine Selbstsperre geht 1, 2 oder 3 Jahre, das Guthaben wird auf das verknüpfte Bankkonto überwiesen. Beide Varianten sind nach dem Start nicht aufhebbar – wer sich sperrt, bleibt gesperrt.
Was die Reform 2026 bringen könnte
Das Glücksspielreformgesetz 2026, das am 14. Oktober 2026 noch im Entwurfsstadium war, sieht ein Sperrregister und ein Limitregister für GSpG-Glücksspiele vor. Sportwetten fallen in keines von beiden, weil sie kein GSpG-Spiel sind. Für Wetten ändert die Reform voraussichtlich nichts.
Hilfe für Spielerinnen und Spieler
Die Anlaufstelle für Problemspielverhalten in Österreich ist playsponsible.at, betrieben von den Lotterien. Die meisten Anbieter verlinken darauf im Footer ihrer Seite.
Boni und Freiwetten: Was der Werbeversprechen wirklich kostet
Boni sind der lauteste Teil der Buchmacher-Werbung und der irreführendste. Wer „100 % bis 100 €“ liest, denkt an 100 € geschenktes Geld. Wer die Umsatzbedingung liest, versteht, was wirklich dahintersteckt.
Die Mechanik
Ein typischer Einzahlungsbonus funktioniert so: Der Anbieter verdoppelt die erste Einzahlung bis zu einem Maximum (hier 100 €). Bevor der Bonus ausgezahlt werden kann, muss der Bonusbetrag – manchmal plus Einzahlung – mehrfach zu einer Mindestquote umgesetzt werden. Beispiel: 100 € Bonus mit 5-facher Umsatzbedingung bei Mindestquote 1,80 bedeutet 500 € Einsatz, der zu Quoten von mindestens 1,80 platziert werden muss. Wetten unter 1,80 zählen nicht. Wetten, die per Cash-Out abgeschlossen werden, zählen oft nicht.
Was das in Euro heißt
500 € Einsatz bei einer durchschnittlichen Marge von 6 % bedeutet einen erwarteten Verlust von 30 €. Der Bonus ist also real etwa 70 € wert, nicht 100 €. Dazu kommen die Frist (meist 30 oder 90 Tage) und der Fakt, dass viele Wetten nicht zählen.
Die Angebote der verglichenen Anbieter
Tipp3 wirbt mit einer Gratiswette für Neukunden; die genauen Bedingungen stehen in den Aktionsbedingungen und sind dort nachzulesen. Win2day hat ein vergleichbares Modell, gekoppelt an die Spielbedingungen der Lotterien. Vierklee bewirbt bis zu 100 €, ohne dass die Info-Seite die Umsatzbedingungen klar nennt – das ist ein Warnsignal: Wer die Bedingungen nicht offen kommuniziert, macht sie selten kundenfreundlich. BetLabel bewirbt ebenfalls 100 % bis 100 €; auch hier sind die Bedingungen auf der Startseite nicht zu finden. Bei 20Bet, LeoVegas und GG.BET sind die Boni oft an den Casino-Bereich gekoppelt oder nur in bestimmten Märkten verfügbar; die Bedingungen stehen in den AGB.
Freiwetten versus Cash-Bonus
Eine Freiwette (Free Bet, Gratiswette) zahlt im Gewinnfall nur den Reingewinn, nicht den Einsatz. Eine 10-€-Freiwette auf Quote 2,00 bringt 10 € Gewinn, nicht 20 € wie eine 10-€-Cash-Wette. Das ist der zentrale Unterschied und der Grund, warum Freiwetten in der Werbung größer aussehen, als sie sind.
Die Anbieter im Einzelbild
Tipp3
Tipp3 ist die österreichische Referenzmarke. Betreiber ist die Österreichische Sportwetten Gesellschaft m.b.H. mit Sitz am Rennweg 44 in Wien, gegründet im April 2000. Die Bewilligung stammt von der NÖ Landesregierung, Bescheid vom 10.12.2020 (Aktenzahl IVW1-Wett-47/001-2020), auf Basis des NÖ Wettgesetzes (LGBl. Nr. 58/2020). Tipp3 nimmt Wetten in rund 3.600 Annahmestellen österreichweit, in der Trafik-App und online an.
Die Wettgebühr von 5 % trägt tipp3 bei verlorenen Wetten selbst; bei gewonnenen Wetten werden 5 % vom Gewinn abgezogen. Das ist kundenfreundlicher als die meisten Offshore-Marken, die den Abzug in der Quote verstecken. Tipp3 erlaubt Einzelwetten erst ab Quote 1,06, Kombiwetten mit 3 bis 10 Tipps.
Das Einsatzlimit ist täglich bis 10.000 € einstellbar, das wöchentliche Einzahlungslimit bis 1.950 €, das wöchentliche Verlustlimit bis 5.000 €. Limit-Erhöhungen greifen nach 72 Stunden, Herabsetzungen sofort. Eine Selbstsperre läuft 1, 2 oder 3 Jahre, eine Spielpause 1, 3 oder 6 Monate.
Für wen: Tipp3 ist die erste Adresse für österreichische Spielerinnen und Spieler, die einen bewilligten Anbieter mit heimischer Wettgebühr-Regelung und voller Spielerschutz-Infrastruktur suchen. Die Quote ist nicht immer die höchste, aber die Wettgebühr ist transparent.
Win2day
Win2day ist die Sportwetten-Marke der Österreichischen Lotterien. Die Sportwetten unterliegen dem NÖ Wettgesetz mit demselben Bescheid wie tipp3 (10.12.2020, IVW1-Wett-47/001-2020), die Lotterie- und Casino-Spiele laufen unter der GSpG-Bundes Konzession. Die Trennung ist wichtig: Wer bei win2day wettet, wettet nicht unter Bundesrecht, sondern unter Landrecht.
Das Einzahlungslimit ist altersabhängig: Bis 26 Jahre 250 € pro Woche, ab 26 Jahren 1.680 € pro Kalendermonat. Auf Antrag kann das Limit erhöht werden. Gewinne zählen nicht zum Limit.
Für wen: Win2day ist für die Spielerinnen und Spieler interessant, die ohnehin Lotterieprodukte der Casinos Austria spielen und Sportwetten als Ergänzung suchen – die Kontoführung ist gemeinsam.
Vierklee
Vierklee ist ein Tiroler Anbieter, betrieben von der Vierklee Wettbüro GmbH, mit einer Bewilligung der Tiroler Landesregierung (Aktenzeichen IIa.10.065/144-0). Anwendbar ist das Tiroler Buchmacher- und Totalisateurgesetz. Vierklee hat ein Netz an Wettterminals und ein Online-Angebot. Die Info-Seite bewirbt einen Neukundenbonus von bis zu 100 €, ohne die Bedingungen klar zu nennen – was die Vergleichbarkeit erschwert.
Für wen: Vierklee ist für Westösterreicher interessant, die einen regional verwurzelten Anbieter mit Land-Bewilligung suchen.
Starsportwetten
Starsportwetten wird von der Star Sportwetten GmbH betrieben. Die Google-Play-Beschreibung nennt einen Bescheid vom 8. März 2022, mit dem die Starbet24 GmbH die Bewilligung zur Durchführung von Sportwetten im Internet und in stationären Spielstätten erhielt. Das Bundesland und die Bescheidnummer sind in der App-Beschreibung nicht angegeben.
Für wen: Starsportwetten ist eine Option für Spielerinnen und Spieler, die eine österreichische Bewilligung auf der App-Beschreibung lesen wollen – auch wenn die Details zur Bewilligung selbst spärlich sind.
Merkur Bets
Merkur Bets ist die österreichische Sportwetten-Marke der Merkur Group, bis Juni 2025 unter dem Namen Cashpoint Sportwetten bekannt. Die Merkur Group hat ihren Sitz in Gerasdorf bei Wien und wurde 1996 gegründet. Die Bewilligungslage ist Land-spezifisch, das genaue Bundesland wird vom Anbieter nicht prominent kommuniziert.
Für wen: Merkur Bets ist für Spielerinnen und Spieler interessant, die ein großes Stationärnetz schätzen und den Markenwechsel von Cashpoint zu Merkur Bets mitgemacht haben.
Admiral
Admiral ist die Sportwetten-Marke der Novomatic-Gruppe, betrieben von der ADMIRAL Sportwetten GmbH mit Sitz in Gumpoldskirchen. Gegründet wurde das Unternehmen von Walter Grubmüller, von 2001 bis 2006 war es an der Wiener Börse notiert. Die Bewilligung stammt von der OÖ Landesregierung nach dem Oö. Wettgesetz.
Für wen: Admiral ist eine der etabliertesten österreichischen Marken mit starker Präsenz in Wettcafés und Online. Wer einen Anbieter mit langer Geschichte und OÖ-Bewilligung sucht, ist hier richtig.
20Bet
20Bet ist eine Offshore-Marke, betrieben von der Lumora Digital Lt., mit einer Lizenz der Anjouan Gaming Board (ALSI-202505033-FI2). Das Angebot startete 2020. 20Bet hat keine österreichische Bewilligung, was die Marke nach der Land-Gesetzgebung in eine Grauzone stellt. Die Plattform ist modern, mit vielen Live-Märkten und eSports.
Für wen: 20Bet ist für Spielerinnen und Spieler interessant, die ein breites Wettprogramm mit hoher Quote suchen und wissen, dass sie im Streitfall nicht vor einer österreichischen Behörde klagen können.
LeoVegas
LeoVegas ist eine schwedische Marke, die LeoVegas Gaming Ltd. mit Sitz in Malta gehört und seit 2023 eine Tochter von MGM Resorts International ist. Gegründet wurde die LeoVegas-Gruppe 2011 in Stockholm, das Sportsbook läuft auf der Kambi-Plattform. Die Marke ist MGA-lizenziert, nicht österreichisch.
Für wen: LeoVegas ist für Mobile-Fans interessant – die App gehört zu den besten am Markt. Die fehlende österreichische Bewilligung bedeutet aber, dass die Spielerschutz-Instrumente der Marke und nicht des österreichischen Rechts gelten.
BetLabel
BetLabel ist eine Curaçao-lizenzierte Marke, die auf der deutschsprachigen Startseite einen 100 %-Bonus bis 100 € bewirbt. Die genauen Umsatzbedingungen sind auf der Startseite nicht zu finden, was die Vergleichbarkeit erschwert. BetLabel hat keine österreichische Bewilligung.
Für wen: BetLabel ist für Bonus-Suchende interessant, die mit dem Fehlen einer österreichischen Bewilligung leben können.
GG.BET
GG.BET ist eine Curaçao-Marke (OGL/2024/688/0234), die auf eSports spezialisiert ist. Das Sportwetten-Angebot ist breit, mit Schwerpunkt auf CS2, Dota 2 und League of Legends. Keine österreichische Bewilligung.
Für wen: GG.BET ist die erste Adresse für eSports-Wettende, die ein tiefes Programm suchen – und die wissen, dass sie bei einem Curaçao-Anbieter ohne österreichische Bewilligung spielen.
Die Marge im Vergleich: Was die Rechnung zeigt
Die Bandbreite der Margen bei Hauptmärkten liegt in der Praxis zwischen 4 % und 8 % – mit Ausreißern nach oben bei Livewetten und Randsportarten. Bei einem ausgeglichenen Zweier-Markt mit 1,90/1,90 liegt die Marge bei 5 %, wie die Rechnung oben zeigt. Bei 1,85/1,85 liegt sie schon bei 7,5 %. Der Unterschied von 2,5 Prozentpunkten ist auf 10.000 € Einsatz 250 € pro Jahr, die der Anbieter mit der höheren Marge einbehält.
Für die Praxis heißt das: Wer dauerhaft wettet, sollte die Margen der Hauptmärkte vergleichen, nicht die beworbenen Quoten. Ein Buchmacher mit 1,90 auf den Favoriten hat nicht zwingend die bessere Quote als einer mit 1,85 – wenn der zweite dafür den Außenseiter mit 4,50 statt 4,20 anbietet, ist die Gesamtmarge gleich oder besser. Margenvergleich erfordert die Rechnung über alle Ausgänge eines Marktes.
Häufige Fragen
Woran erkennt man einen seriösen Buchmacher in Österreich?
Eine österreichische Land-Bewilligung nach dem jeweiligen Wettgesetz des Bundeslandes ist das stärkste Indiz. Sie bedeutet, dass der Anbieter von einer österreichischen Behörde geprüft ist, der Aufsicht der Landesregierung unterliegt und im Streitfall vor einer österreichischen Stelle verantwortlich ist. Eine Malta- oder Curaçao-Lizenz ist kein Ersatz: Sie besagt nur, dass der Anbieter in einem anderen Rechtsraum registriert ist.
Wie rechnet man die Marge aus den Quoten?
Die Summe der Kehrwerte aller Quoten eines Marktes minus 1 ergibt die Marge. Beispiel: Bei 1,90/1,90 ergibt 1/1,90 + 1/1,90 = 1,0526; abzüglich 1 = 0,0526 = 5,26 %. Bei Drei-Wege-Märkten (Heimsieg/Unentschieden/Auswärtssieg) rechnet man mit allen drei Quoten. Ein Vergleichsportal erledigt das automatisch; selbst rechnen ist mit einem Taschenrechner in Sekunden erledigt.
Was zählt mehr: die Bonushöhe oder die Umsatzbedingung?
Die Umsatzbedingung. Ein 100-€-Bonus mit 10-facher Umsatzpflicht bei Mindestquote 1,80 ist 100 € Einsatz × 6 % Marge = real etwa 40 € wert. Ein 50-€-Bonus mit 3-facher Umsatzpflicht bei Mindestquote 1,50 kann real 65 € wert sein. Wer den Bonus will, liest die Bedingungen, nicht die Schlagzeile.
Ist eine Malta-Lizenz einer österreichischen Bewilligung gleichgestellt?
Nein. Die Malta Gaming Authority (MGA) ist die maltesische Aufsichtsbehörde, die österreichische Bewilligung wird von der jeweiligen Landesregierung erteilt. Die beiden Regime haben unterschiedliche Spielerschutz-Anforderungen, unterschiedliche Aufsicht und unterschiedliche Streitbeilegung. Wer in Österreich wettet und sich auf den österreichischen Spielerschutz verlassen will, braucht einen Anbieter mit Land-Bewilligung.
Gibt es ein österreichisches Einzahlungslimit für Sportwetten?
Nein. Es gibt kein gesetzliches Einzahlungslimit für Sportwetten, keine nationale Sperrdatei und keine einheitliche Selbstsperre. Die Einzahlungslimits, die win2day und tipp3 anbieten, sind betreiberseitige Angebote, keine gesetzliche Pflicht. Oppositionelle Anträge in der Steiermark und in Niederösterreich (2025) fordern ein nationales Limit, sind aber nicht umgesetzt. Das Glücksspielreformgesetz 2026 sieht ein Limitregister für GSpG-Spiele vor – Sportwetten sind nicht enthalten.
Wer zahlt die Wettgebühr, der Spieler oder der Anbieter?
Die Wettgebühr von 5 % auf den Wetteinsatz schuldet der Anbieter, nicht der Spieler. Wie der Anbieter sie weitergibt, variiert: Tipp3 trägt sie bei verlorenen Wetten selbst und zieht 5 % vom Gewinn ab, wenn die Wette gewinnt. Andere Anbieter kalkulieren die Gebühr in die Quote ein, was die Quote sichtbar senkt. Die Gebühr fällt auch auf Wetten, die aus Österreich bei einem ausländischen Anbieter platziert werden – die Bezahlung der Gebühr ist aber kein Nachweis einer österreichischen Bewilligung.
Wer ohne Bewilligung wettet: Strafen für wen?
Die Landesgesetze sehen Strafen für Anbieter ohne Bewilligung vor – bis zu 22.000 € in Wien, bis zu 20.000 € in Oberösterreich. Für Spielerinnen und Spieler, die bei einem ausländischen Anbieter wetten, wurde keine vergleichbare Sanktion gefunden. Es gibt kein Urteil, das die Rückforderung von Wettverlusten bei einem Offshore-Buchmacher erlaubt – anders als bei unlizenzierten Casino- und Pokerseiten, wo Gerichte Rückzahlungen angeordnet haben.
Vergleich – wettprognosenat
Inhalt erstellt vom Team «wettprognosenat»
